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Schülerbetriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 9

Seit dem Schuljahr 2009/2010 führt unsere Schule jeweils im 2. Halbjahr ein zweiwöchiges Betriebspraktikum für alle Schüler und Schülerinnen der 9. Klassen durch (G8).

Das Praktikum soll den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, die Berufs- und Arbeitswelt über den Unterricht hinaus unmittelbar in der Arbeitssituation kennenzulernen, mit ihrer sozialen Wirklichkeit vertraut zu werden und sich kritisch mit ihr auseinanderzusetzen. Es dient eher der Orientierung in Unternehmen oder sozialen Einrichtungen als der Erprobung eines bestimmten Berufsbildes. Das Praktikum unterstützt aber die Berufswahl, indem es den Schülerinnen und Schülern hilft, ihre Eignung für bestimmte Tätigkeiten zu beurteilen und ihre Berufsvorstellungen zu überprüfen. Darüber hinaus steht zu erwarten, dass die Praktikantinnen und Praktikanten den Wert des Lernens in der Schule und die Bedeutung schulischer Abschlüsse für ihre berufliche Zukunft höher einschätzen werden als bisher.

Während des Praktikums lernen die Schülerinnen und Schüler durch Beobachten, Befragen und Mitarbeiten Organisation und Abläufe von Arbeit kennen; auch das soziale Gefüge des Betriebes mit seinen Gruppen und Rangordnungen wird ihnen vertraut; schließlich erleben sie die geistigen und körperlichen Anforderungen der Arbeit am eigenen Leib.

So gewinnen sie einen breiten Überblick über den Betrieb oder die Einrichtung als ökonomisch-technisches, soziales und arbeitendes Gebilde, daneben erfahren sie einen tiefen Einblick in das sie interessierende Berufsfeld.

Das Schülerbetriebspraktikum der 9. Klassen ist Teil eines umfassenden Programms der Berufsorientierung: Im ersten Halbjahr absolvieren die Schüler/-innen der Jgst.9 ein Bewerbungstraining bei unserer Partnerfirma VEDA. In den Jahrgangsstufen 11 und 12 schließen sich Einzelberatungen durch das Arbeitsamt und die Hochschultage an, um den Schülerinnen und Schülern eine begründete Studien- oder Berufswahlentscheidung zu erleichtern.

Die Schülerinnen und Schüler werden im Unterricht der 8. und 9. Klasse, insbesondere in den Fächern Deutsch und Politik, gründlich auf ihre Aufgaben im Praktikum und die Anforderungen des anschließend zu erstellenden Praktikumsberichts vorbereitet. Während des Praktikums werden sie von Lehrerinnen oder Lehrern der 9. Klassen betreut, die sie auch an ihren Praktikumsstellen besuchen. Nach dem Ende des Praktikums werden ihre Beobachtungen und Erfahrungen im Unterricht geordnet und vertieft.

Das Schülerbetriebspraktikum ist eine für alle Schülerinnen und Schüler verbindliche Schulveranstaltung. Aus diesem Grund besteht für Weg- und Arbeitszeit Versicherungsschutz bei Unfall- und Haftpflichtschäden, auch die Fahrtkosten werden schulüblich erstattet. Bis zu einer Entfernung von 25 km erfolgt eine Kostenübernahme durch den Schulträger, die für den Besuch weiter entfernt liegender Betriebe über 100,00 € hinaus entstehenden Kosten tragen die Erziehungsberechtigten. Eine finanzielle Vergütung ist leider nicht möglich, da das Praktikum weder ein Ausbildungs- noch ein Beschäftigungsverhältnis ist. Die Arbeitszeiten gleichen jenen der in den Betrieben Beschäftigten, sind aber durch das Jugendarbeitsschutzgesetz auf sieben Stunden pro Tag zuzüglich Pausen und auf fünf Werktage pro Woche begrenzt. Praktikantinnen und Praktikanten in sozialen Einrichtungen oder Betrieben, die mit Lebensmitteln umgehen, werden zuvor amtsärztlich untersucht. Das Führen von Kraftfahrzeugen während der Arbeit ist ihnen untersagt.

Damit die Schülerinnen und Schüler schon in der Vorphase erste Erfahrungen mit der Wirklichkeit des Berufslebens machen, bewerben sie sich selbst um einen Praktikumsplatz, den sie bis Mitte Dezember der Jahrgangsstufe 9 gefunden haben sollten. Nur wenn sie nicht fündig werden, hilft die Schule. Da besonders begehrte Plätze erfahrungsgemäß schnell vergeben sind, empfiehlt es sich, zügig mit der Bewerbung zu beginnen.

Hierzu die Bitte an Sie, liebe Eltern, Ihren Kindern bei der Beschaffung geeigneter Praktikumsbetriebe aus allen Bereichen der Wirtschaft und der sozialen Dienste zu unterstützen. Geeignet ist ein Betrieb dann, wenn er den Praktikantinnen und Praktikanten ermöglicht, unter fachlicher Anleitung tätig zu sein und dabei etwas Sinnvolles zu tun. 

Fragen Sie an Ihrer Arbeitsstelle nach, erkundigen Sie sich bei Bekannten, die eine eigene Firma haben! Sie werden sehen: Die Bereitschaft der Betriebe, Ihren Kindern über ein Praktikum einen Einblick in die Welt der Arbeit zu erlauben, ist erfreulich groß!

Franken
(Koordinator Berufsorientierung SI)

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