Gymnasium Herzogenrath

Eurode-Lernwerkstatt (13.02.2008)

Eurode – ein Stück faszinierende Realität auch in der Schule

Landtagspräsidentin in der Eurode-Lernwerkstatt / Besonderheiten von Eurode /
Spracherwerb gehört auch dazu

 

Herzogenrath.  „Ich hab‘ nur einen niederländischen Namen, ansonsten versteh‘ ich leider nur Deutsch.“ Landtagspräsidentin Regina vanDinther wirkt völlig unkompliziert. Ohne Umschweife hat sie sich zwischen die niederländischen und deutschen Schüler gesetzt. Noch ist alles in der „Eurode-Lernwerkstatt“ improvisiert.
 
Doch wegen des protokollarisch hohen Besuchs aus Düsseldorf an diesem sonnigen Februartag haben sich Schüler gemeldet, um in der im „Eurode-Business-Center“ eingerichteten „Lernwerkstatt“ eine kleine Aufgabe zu bewältigen. Sie haben niederländische Deutschklausuren und deutsche Niederländischklausuren unter die Lupe genommen, um sie auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin abzuklopfen. Während die deutschen Schüler ihre Untersuchungsergebnisse in einwandfreiem Niederländisch wiedergeben, bleiben die Niederländer lieber bei ihrem eigenen Idiom. Dieser Umstand steht dann in einem seltsamen Widerspruch zu den Ergebnissen: Während das Studium des Deutschen für die niederländischen Pennäler stark auf die Praxis hin, aufs Verstehen und Sprechen hin orientiert ist, ist der Erwerb der Sprache des Nachbarn stark auf Theorie und Analyse sowie auf die Literatur hin orientiert. Und so gibt es in den Niederländischklausuren Multiple-Choise-Verfahren, die auf deutscher Seite fehlen. Die deutschen Gymnasiasten müssen ihre Antworten ausformulieren.
 
Wie es zu der Auswahl der an dieser Aufgabe beteiligten Schüler gekommen ist, will die Landtagspräsidentin, selbst von Hause aus Diplom-Ingenieurin, wissen. Spontan und freiwillig hätten sich die Schüler und Schülerinnen gemeldet, weiß Reinhard Granz zu berichten, Leiter des Herzogenrather Gymnasiums. Freilich sei diese Form der „Öffnung von Schule“ noch etwas improvisiert. „Das muss noch wachsen“, sagt Christoph von den Driesch, Erster Beigeordneter der Stadt, mit Blick auf die weitere Etablierung der „Eurode-Lernwerkstatt“, die von mehreren Sponsoren gefördert wird. Die betonen denn auch, wie wichtig umfassende Sprachkompetenz auch und gerade, aber eben nicht nur in der Euregio ist – und zwar in die Tiefe wie in die Breite.
 
Mit Regina von Dinthers Unterschrift erhält dieser erste – wenn auch improvisierte – Tag der „Eurode-Lernwerkstatt“ schließlich höhere Weihen.