Gymnasium Herzogenrath

GESELLSCHAFT | Auf den Spuren der Vergangenheit (Stand: 09-12-2019)

Die 5a mit Sofie Sequeira auf den Spuren der Vergangenheit
Im Deutschunterricht hatte die 5a von einem berühmten Tagebuch gehört, in dem ein Mädchen von den letzten zwei Jahren seines Lebens erzählt. Wie lebte Anne Frank in Deutschland und später, als sie sich mit ihrer Familie im Amsterdamer Hinterhaus der Firma ihres Vaters verstecken musste, bevor sie 1944 von der Geheimpolizei entdeckt und deportiert wurden? Welche Ängste mussten sie, ihre Familie und all die anderen verfolgten Menschen damals ausgestanden haben? Warum durfte dieses Mädchen nicht erwachsen werden?
Gemeinsam mit Sofie Sequeira, als ehemalige Kollegin und engagierte Historikerin am SGH bekannt, versuchte die Klasse, eine Ahnung zu bekommen, was vor mehr als 70 Jahren geschehen ist.
Eine Episode der Kinderfilm-Reihe „Der Krieg und ich“, in der der 10-jährige Anton kein Außenseiter mehr sein und gegen den Willen seines Vaters in die Hitlerjugend eintreten will, führte zu einem ersten Austausch in der Klasse. Auch die Ereignisse am 9. November 1938 wurden im Film – befreundete jüdische Nachbarn suchen Schutz bei Antons Familie – und im angeregten Gespräch darüber thematisiert. Für unser Verständnis notwendige historische Fakten konnten dabei von Sofie Sequeira verständlich erklärt werden. Ergänzt wurden diese Ausführungen mit allgemeinen Erklärungsansätzen und vielen persönlichen Erzählungen, die einige in der Runde beisteuern konnten. Diese wurden auch bei einem Gang zu den Stolpersteinen für das Herzogenrather Ehepaar August und Hedwig Rubens in der Dammstraße 3 und zur an der Stadtbücherei befindlichen Gedenktafel für Hilde Wirtz, die Zivilcourage gezeigt hatte, vor Augen geführt.
Dabei ist deutlich geworden: Blinder Gehorsam und der Wunsch andere gewaltsam auszugrenzen lassen sich nur zum Teil mit den herkömmlichen Begriffen erklären. Doch Ansätze zum Verstehen und vor allem für das Handeln für uns heute gibt es durchaus!

Zur Information:
Das Sachbuch über Anne Frank kann in der Mediathek ausgeliehen werden.
Die Stolpersteine wurden von dem Künstler Gunter Demnig auf Einladung des Arbeitskreises „Wege des Vergessens“ verlegt. (Quelle u.a.: www.wege-gegen-vergessen.de)
[text and photos by: Caren Wehmeier, Lehrerin am SGH]