Gymnasium Herzogenrath

GESELLSCHAFT | Aufklärungsarbeit auf Augenhöhe (04-05-2017)

Das Peer-Projekt am Städtischen Gymnasium Herzogenrath hat Suchtprävention im Blick

Herzogenrath. Aufklärung auf Augenhöhe – das ist die Intention des Peer-Projektes am Städtischen Gymnasium Herzogenrath. Schüler der neunten Klassen können sich freiwillig zu „Peers“ ausbilden lassen, um jüngere Schüler und Gleichaltrige im Rahmen des Unterrichts, aber ohne Lehrer, über Suchtgefahren aufzuklären. Neben Alkohol, Zigaretten, Cannabis sind auch Spielsucht und Essstörungen ein Thema. „Ich denke, die Schüler reden mit uns offener. Mit Lehrern darüber zu sprechen, ist ihnen vielleicht peinlich und sie sind befangener, da sie ihnen im Unterricht ja noch gegenüber sitzen“, erzählt Selma.

Das Bild zeigt: Lehrerin Gwendolin Reusch (5.v.l.) und ihre „peer-group“. Frau Reusch ist an unserer Schule zuständig für die Ausbildung der Peers. Die Aufklärungsarbeit in den Klassen soll möglichst anschaulich und praxisnah geschehen, zum Beispiel mit Hilfe eines „Suchtsacks“.

Verschiedene Themen

„Hinzu kommt, dass wir im selben Alter sind und unsere ersten Berührungspunkte, zum Beispiel mit Alkohol, nicht lange zurückliegen. Wir erzählen von unseren Erfahrungen und davon, was andere erlebt haben. Das ist persönlicher als Frontalunterricht“, findet Erik. Die Gespräche mit den Schülern werden vertraulich behandelt. „Einige sind anfangs noch etwas zurückhaltend, aber nach einer Weile öffnen sie sich“, weiß Eric. Um die Peers auf ihren Einsatz vorzubereiten, wurden sie von Lehrerin Gwendolin Reusch in Zusammenarbeit mit der Suchtberatung Eschweiler drei Tge lang ausgebildet. Aktuell gibt es etwa 15 aktive Peers. Die Themenschwerpunkte variieren in den Klassen. „In den fünften Klassen sprechen wir über Sucht im Allgemeinen. Ich finde es wichtig, frühzeitig zu informieren, denn die Schüler kommen immer früher mit Alkohol und Zigaretten in Berührung. Man wird überall damit konfrontiert, auch im Elternhaus. Wir sagen den Kindern auch, dass nicht jeder süchtig ist, der mal ein Glas Wein trinkt“, erzählt Elena. Gerade jüngere Schüler seien bei diesem Thema noch verunsichert und stellen viele Fragen. Bei der Präventionsarbeit geht es nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger dazustehen, sondern vielmehr die Gefahren der Suchtmittel deutlich zu machen.
„Wir sagen den jüngeren Schülern auch nicht, dass sie nie Alkohol trinken sollen, sondern möchten ihnen beibringen, dass ein gesunder Umgang in Maßen wichtig ist“, betont Elena. Die Peers berücksichtigen die Themenwünsche der Schüler und arbeiten auch in Gruppen. Zum Beispiel beim Thema Essstörungen sei es sinnvoll, Jungen und Mädchen zu trennen, damit ein unverkrampfter Austausch möglich sei. „Die Schwerpunkte sind teilweise an den Lehrplan der einzelnen Fächer angepasst“, betont Gwendolin Reusch. „Von den Kollegen habe ich bisher nur positive Rückmeldungen bekommen“, fügt sie hinzu.

 

[text and photo by: Myriam Weber, Super Mittwoch Herzogenrath, Mi, 19. Apr. 2017
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