Gymnasium Herzogenrath

GESELLSCHAFT | Besuch eines Dominikanerpaters (17-11-2016)

Zwei Kurse unserer Q2 hatten das Glück, den philippinischen Dominikanerpater Patricio Hiwatig OP erleben zu dürfen.

Kurz nach unserem Sponsorenlauf zugunsten des Ortsteils Malabon in der Region Metro Manila war es besonders spannend, einen Pater zu erleben, der auch für die Gemeinde Malabon zuständig ist. Pater Patricio arbeitet dort.


Er studierte Theologie mit dem Hauptgedanken,dass die Kirche eine Option für die Armen ist. Ein großer Teil seiner Arbeit ist also das Bestreben, ein bisschen mehr Gerechtigkeit herzustellen.

malabon_pater_2016Seinen Vortrag hielt er auf Englisch, und begann mit einem Zitat von Mutter Theresa: Good works are a link that form a chain of love. Oder in Deutsch: gute Werke sind eine Verbindung, die eine Kette der Liebe bilden.

In einer Bildanimation mit eigenen Photos des Paters sahen wir viele Impressionen aus den Armenvierteln Manilas, der Hauptstadt der Philippinen: So sahen wir, dass die Schule meistens überflutet ist, da sie nah am Fluss gelegen ist, und manchmal auch noch Zufluchtsort für Flüchtlinge ist. Diese leben eigentlich in den Küstenbereichen der Philippinin, die aber häufig überflutet werden, sodass auch noch in den Slums diese Flüchtlinge aufgenommen werden.

Ein Beispiel für die Hilfsbestrebungen der Kirche ist neben der Schule auch der Bau eines Spielplatzes für Kinder, der durch koreanische Kontakte und Finanzierung ermöglicht wurde. Denn ein großes Problem der philippinischen Inseln ist eine große Kluft zwischen arm und reich: Es scheint momentan nur eine ökonomische Entwicklung stattzufinden, aber die gesellschaftliche Entwicklung bleibt auf der Strecke. Auch deshalb ist der Besuch einer Schule sehr wichtig: Die Zukunft der Familien hängt von den Kindern ab, denn wenn sie gute Leistungen erbringen, erhalten sie die Möglichkeit, zu studieren und können durch gut bezahlte Arbeit ihre Familien unterstützen und somit zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen.

Auf den Philippinen gibt es eine enorme Landflucht: Meistens setzen die Menschen ihre Hoffnung darauf, in der Stadt Arbeit zu finden, aber enden meistens in den armen Bereichen der Region, den Slums, wie z.B. Malabon. Die Bevölkerungsdichte ist so enorm, dass viele sich ‚Häuser‘ auf dem Fluss gebaut haben – so gibt es Schiffshäuser, auf die gerade mal so alle Familienmitglieder passen. Viele Menschen leben auch unter Brücken (in denen es selbst in den regenarmen Monaten niemals komplett trocken ist) oder in Tunneln – unter einer Brücke leben so bis zu 100 Familien. Dies ist aber noch nicht alles, da manche auch auf dem Friedhof leben, indem sie sich Verschläge aus Bambusstämmen auf den Betonkammern gebaut haben, in denen die Urnen beigesetzt werden. Überhaupt wurde in den Photos deutlich, dass Müll gegenwärtig ist und so weitere Hygieneprobleme verursacht.

Das Problem ist aus diversen Gründen schwer lösbar, da alle möglichst in der Nähe ihres Arbeitsplatzes leben wollen – um allen ein sicheres zu Hause zu bieten, wäre der Bau von 4 Millionen Wohnungen nötig!

Die Kirche befürwortet nicht die Herangehensweise der Politik – für konkrete Hilfe und deren Finanzierung muss man jedoch zu jedem Politiker einzeln gehen und aufgrund von Überzeugungsarbeit dazu überreden, etwas zu tun, damit wenigstens etwas den Ärmsten der Armen geholfen werden kann.

Missio hat Pater Patricio Hiwatig OP nach Deutschland geholt, um hier das Bewusstsein dafür zu schärfen, wie die Situation in Metro Manila ist und wie bedeutsam unsere Unterstützung sein kann.

Während des Vortrags von Pater Patricio war die Stimmung bedrückt ob all der Bilder des Elends, aber wir hoffen sehr, dass wir auch zukünftig einen minimalen Beitrag zur Unterstützung von Hilfsprojekten in Manila leisten können, indem wir weiterhin unsere Malabonläufe durchführen.

[text und photo by: christine Isensee, Lehrerin am Städtischen Gymnasium Herzogenrath; Notizen von Julia Daum]