Gymnasium Herzogenrath

GESELLSCHAFT | Der 9. November am SGH (Stand: 11-11-2019)

Berichterstattung über den 9. November am SGH
„Der 9. November ist ein bedeutender Tag in der deutschen Geschichte und umfasst sowohl freudige als auch erschütternde Ereignisse: Im Jahre 1918 wurde Deutschland am 9. November nach Ende des 1. Weltkrieges eine Republik und Demokratie.
Nur wenige Jahre später, am 9. November 1923, versuchte eine Gruppierung um einen gewissen Adolf Hitler diese Republik zu stürzen. Sie scheiterten. Vorerst.
Im Jahre 1933 gelangten die Nazis, mit Hitler an der Spitze, an die Macht. Es folgte die 12 Jahre andauernde Nazi-Diktatur. Im Jahre 1938 brannten in Deutschland die Synagogen und jüdische Einrichtungen; Juden wurden auf offener Straße attackiert, verprügelt, gar getötet und nur aus einem wesentlichen Grund: weil sie Juden waren! In die Geschichte ging dieser 9. November 1938 ein als Pogrom oder Reichskristallnacht. Es folgten der 2. Weltkrieg und die geplante Vernichtung der europäischen Juden, der Holocaust.
Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, die Ost- und West-Berlin seit 1961 trennte, gleichzeitig ein Symbol für die Teilung Deutschlands in West und Ost, in Bundesrepublik und DDR, und die Teilung der Welt in West und Ost. Viele Menschen kamen bei ihren Fluchtversuchen aus der DDR ums Leben oder wurden inhaftiert.

Wir wollen heute dem 9. November in all seinen Erscheinungsformen gedenken.
Wir wollen an die vielen Menschen erinnern, die ihre Rechte und ihre Freiheit und auch ihr Leben verloren oder von ihren Familien oder Freunden getrennt wurden.
Wir wollen an die erinnern, die ihr Schicksal gegen alle Widrigkeiten und Formen der Unterdrückung in die Hand nahmen und sich auflehnten und protestierten und für andere einstanden.

Auch wenn wir hier in die Vergangenheit schauen, dürfen wir unsere Gegenwart und Zukunft nicht aus dem Blick verlieren. Wir schauen zurück, um nach vorne schauen zu können, um unser Jetzt zu verstehen und unsere Zukunft in die Hand zu nehmen.

Wie es unsere niederländischen Freunde im Rahmen einer Gedenkveranstaltung neulich sinngemäß sagten: Es ist ein Privileg, seit fast 75 Jahren in Frieden leben zu können.

Seid aufmerksam, informiert Euch oder lasst Euch informieren.
Seid kritisch.
Rassismus und Intoleranz sind keine Meinung. Sie sind einfach nur falsch!

Als Schülerinnen und Schüler unserer Schule bekennen wir uns daher zu Respekt, Toleranz und Offenheit.“
 
So sagte es unsere Schülerin Maxime de Laat aus der 9D in ihrer an alle Schülerinnen und Schüler und Kolleginnen und Kollegen gerichtete Durchsage am 8. November, ein kleiner Vorweggfriff auf den 9. November, der wie gewöhnlich im Rahmen der Gedenkveranstaltung im Klösterchen/ am Rathaus und in Ausstellungen und Veranstaltungen im Schulgebäude begangen wurde.

Rund 600 Schülerinnen und Schüler verfassten ihre Wünsche und Hoffnungen auf -den bekannten Stolpersteinen (in Gedenken an durch die Nazis ermordeten Juden) angelehnten- Stolpersteinen aus gelbem Fotokraton, die die Wände und Säulen des Foyers zieren. Einige dieser Stolpersteine sind bereits auf der Reise; die Jüdische Gemeinde Aachen, die Bürgermeister von Herzogenrath und Kerkrade erhielten einige Stolpersteine als Geschenk, weitere säumten die Stühle im Klösterchen am 9.11.

Weitere kreative Beiträge aus Klassen und Oberstufenkursen thematisierten und visualisierten den 9. November in seinen vielzähligen Erscheinungsformen.
Viele Schülerinnen und Schüler engagierten sich, verliehen Anne Frank eine Stimme, indem sie sich vorstellten, was Anne Frank, würde sie noch leben (sie wäre heute 90 Jahre alt), zu gegenwärtigen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft sagen würde. Oberstufenschülerinnen und -schüler kreierten Stellwände, ein Diorhama und gar einen Trickfilm. Weitere Oberstufenschülerinnen und -schüler leisteten einen Redebeitrag vor dem Rathaus am Abend des 9. Novembers. Einige Klassen wurde die Möglichkeit gegeben, einen jüngst erschienenen Dokumentarfilm über die Evakuierung Kerkrades im Jahr 1944 anzuschauen, der -nicht zuletzt der Nähe zu Kerkrade wegen- berührte und aufzeigte, dass und wie niederländische und deutsche Nachbarn unter dem Krieg litten. Projektpartner und Freund Hans Schillings (Kerkrade) überreichte der Schule eine Leinwand mit gelben und blauen Fingerabdrücken Kerkrader und Herzogenrather Menschen, die seit Ende September anlässlich der Erinnerung an die 75 jährige Befreiung Kerkrades von den Nazis durch die US-Alliierten in beiden Städten in Umlauf war.

Dem Engagement der Schülerinnen und Schüler sowie der Hilfe der Kolleginnen und Kollegen gilt ein Dankeschön!

[text by: Christian Reiferth, Geschichtslehrer am SGH | photo by: t-online.de]