Gymnasium Herzogenrath

GESELLSCHAFT | Folter lässt sich nicht beschreiben (24.11.2014)

„(Re)Konstruktion von Erinnerung“ im Grundkurs Kunst der Q1

Aachen. „30 Jahre gebrochene Versprechen“ heißt der Bericht von Amnesty International zur weltweiten Anwendung von Folter 30 Jahre nach Verabschiedung der Antifolterkonvention der Vereinten Nationen. Die Ausstellung „Stop Folter“ in der Nadelfabrik dokumentiert derzeit eindringlich die aktuelle Lage in den fünf Schwerpunktländern Marokko, Mexiko, Nigeria, Philippinen und Usbekistan.

Amnesty International-Bezirkssprecherin Sabine Leßmann und Bürgermeisterin Hilde Scheidt eröffneten die Schau am Wochenende. Klar wurde bei dieser Vernissage der besonderen Art auch, warum die Ausstellung eigentlich gar keine Ausstellung ist: Folter kann man schließlich nicht ausstellen, ja nicht einmal beschreiben.

amnesty_international„Erinnerungsbücher“

Die Lesung „Die Würde des Menschen – Folter, Angriff auf die Menschenwürde“ von Michael Stetter, musikalisch begleitet von Vicente Bögeholz, ging auf Folter und politische Verfolgung ein, machte die Gefühlsqualität des Erleidens fassbar.

Ein Teil der Ausstellung zeigt sogenannte „Erinnerungsbücher“ von 20 Schülern des Städtischen Gymnasiums Herzogenrath. „Diese Arbeiten zeigen spurensichernde Gestaltungen als Erinnerungsbücher über die Foltergeschichten von Claudia Medina Tamariz, Ali Aarrass, Moses Akatugba und Alfreda Disabarro, die unter anderem im Amnesty Journal ‚Stop Folter‘ in diesem Sommer erschienen sind“, wie Lehrerin Ariane Radtke erklärt.

In Anlehnung an das Unterrichtsthema „(Re)Konstruktion von Erinnerung“ entstand in dem Grundkurs Kunst der Q1 die Idee, Erinnerungsbücher anzufertigen, in denen selbst verfasste Texte, Zeichnungen, gesammelte und archivierte Spuren auf die traurigen Geschichten – beispielsweise „Meine persönliche Hölle“ von Claudia Medina Tamariz, verweisen.

Text und Photo Copyright by: Nina Krüsmann, Aachener Nachrichten vom 16.11.2014