Gymnasium Herzogenrath

GESELLSCHAFT | Politiktag 2014 (23.06.2014)

Politikthemen praxis- und schülernah
Frau Brigitte Jansen, die Schulleiterin des Städtischen Gymnasiums Herzogenrath, begrüßte zu Beginn die Gäste in der Aula des Gymnasiums mit den Worten: „Auch in diesem Jahr wollen wir uns wieder mit Politikthemen praxis- und schülernah beschäftigen.

Nachdem schon im vergangenen Jahr die Referenten zu den Schülern gekommen waren, wollen wir diese sehr gute junge Tradition fortsetzen.
Wir haben Referenten gefunden, die als Experten auf ihrem Gebiet, sehr gerne mit SchülerInnen über ihre Erfahrungen diskutieren. Angefangen mit der Frage „Wie kann Engagement in den Kommunen wirksam werden?“ über die Schwerpunktthemen „EU im Alltag“, „Wege ins Ausland“, „Entscheidungen in der EU“ bis hin zu den Themenfeldern „Frieden und Menschenrechte“, die täglich erleben lassen, wie wichtig sie für uns alle sind.
Gemeinsam haben wir heute wieder eine interessante Organisation auf die Beine gestellt. Ich wünsche allen Teilnehmern viele Einblicke und gute Diskussionen.“
Organisiert hatten die Fachlehrer für Sozialwissenschaften unter Leitung der Fachvorsitzenden Ingrid Ernst diesen praxisorientierten Politiktag.
 

Lea Ostsieker „Wege ins Ausland“

politiktag_2014_01
politiktag_2014_02

Lea Ostsieker, derzeit Praktikantin bei EUROPE DIRECT in Aachen, hat selbst Auslandserfahrungen gesammelt und gibt uns wertvolle Anregungen zum Thema „Wege ins Ausland“. Zunächst erfragt sie, welche möglichen Gründe es für uns geben kann, ins Ausland zu gehen oder einen Auslandsaufenthalt zu starten.

Damit man sich im Ausland angemessen verhält, sollte man sich vorher immer über die Gesetze und die Sitten eines Landes informieren. Auch können die Anforderungen an die Form von Bewerbungsunterlagen von Land zu Land variieren. Also auch hierzu vorab recherchieren.

Welche Vorteile haben Schülerinnen, einen Auslandsaufenthalt anzustreben. Neben dem möglichen weiteren Spracherwerb kann man an der Perfektionierung seiner bisherigen Sprachkenntnisse feilen. Auch können länderübergreifende Kontakte geknüpft und interkulturelles Wissen angeeignet werden.

Besonders entscheidend ist die frühzeitige Planung, die mindestens ein Jahr im Voraus erfolgen sollte. Denn das frühzeitige Beantragen eines Visums gehört ebenso zu den Vorbereitungen einer solchen Unternehmung wie die Kalkulation der planbaren Kosten.

Es gibt verschiedene Angebote sich für den Auslandsaufenthalt Informationen sowie finanzielle Unterstützung zu holen:

  • Das ERASMUS Programm ermöglicht jedes Jahr 200.000 Studierenden im Ausland zu lernen und zu arbeiten (www.ec.europa.eu/education/lifelong-learning-programme/erasmus.de.htm).
  • Der DAAD ist nicht nur für die nationale Durchführung des ERASMUS programms zuständig, er hält auch ein vielfältiges Informations- und Programmangebot für Studierende und Hochschulabsolventen bereit (www.daad.de).
  • Viele Universitäten bieten Austauschprogramme mit Partneruniversitäten an (www.eu-student.eu).
  • Europäischer Freiwilligendienst (EFD): Einen Auslandsaufenthalt mit sozialem Engagement zu verbinden, kann eine besonders tolle Erfahrung sein (www.go4europe.de).
  • www.rausvonzuhaus.de ist ein Internetangebot der Fachstelle für Inter-nationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V (IJAB)

EUROPE DIRECT hat eine Broschüre „Wege ins Ausland“ zusammengestellt, in der interessierte Schüler/Innen und Studenten/Innen viele wertvolle Informationen und Adressen erhalten (www.ausland.europedirect-aachen.de).

Sollte nun unser Interesse geweckt sein, dann können wir uns direct an die Mitarbeiter von EUROPE DIRECT wenden und weitere Fragen stellen. (www.europedirect-aachen.de).

[Text and photos by: Steffen Treinen, Schüler SII Gymnasium Herzogenrath]

………………………………………………………………………………………………………………………………………….

Kim Heinrichs „Solidarität in Europa“

politiktag_2014_03
politiktag_2014_04

Kim Heinrichs, Assistentin bei EUROPE DIRECT, einem internationalen Informationszentrum, hielt der Jahrgangsstufe Q1 am Politiktag eine Präsentation über die Europäische Union.

Dazu stellte sie zunächst die Entstehung der EU dar, indem sie die Grenzverschiebung im Laufe der Jahre sowie die Erweiterung von sechs auf mittlerweile 28 Mitgliedsstaaten erläuterte. Die kulturelle Vielfalt der EU belegte sie an der Mehrsprachigkeit sowie dem Europamotto („In Vielfalt geeint“). Dann gab sie einen raschen Überblick über die Politikfelder und Institutionen; die Organe der EU (Europäisches Parlament, EU-Kommission und -Ministerrat) erklärte sie detailliert.

Im Verlauf der Präsentation ging Heinrichs weiter auf die Politik der EU ein. Solidarität sei die Basis für den Zusammenhalt in der Union, aus dem die Sozialpolitik hervorgehe. Das heißt, dass alle Bürger der EU gegen Risiken des Lebens abgesichert und deren Lebenssituation verbessert werden solle. Als Programme der EU nannte sie die „Wachstumsstrategie Europa 2020“, welche für mehr Bildung sorgen, die Armut bekämpfen und die Gesellschaft solidarisch gestalten solle.

Zum Abschluss ihres Vortrags ließ sie die Schüler mithilfe einer Mini-Simulation – analog einer Entscheidungsfindung im EU-Parlament – diskutieren, ob Probleme in der EU am besten durch individuelle Lösungen, den Austausch von Erfahrungen, freiwillige Beteiligung an Strukturfonds oder gemeinsame Fonds gelöst werden können.

[Text and photos by: SchülerInnen der Q 1 des Gymnasiums Herzogenrath]

………………………………………………………………………………………………………………………………………….

Dr. Jürgen Jansen „Frieden und Menschenrechte“

politiktag_2014_05
politiktag_2014_06

Dr. Jürgen Jansen, welcher als Akademischer Oberrat am Institut für Politische Wissenschaft tätig war und sich heute unter anderem als Vorstandsmitglied der Organisation „Eine Welt Forum Aachen e.V.“ für eine Welt einsetzt, spricht über Frieden und Menschenrechte. Dabei geht es vor allem um die Definition von Frieden und die Frage, ob Deutschland souverän sei. „Frieden ist Abwesenheit von gewaltsamen Handlungen bzw. Krieg“ sei die meist angewendete Definition, aber das reiche nicht. Der Unterschied zwischen negativem (Abwesenheit physischer Gewalt) und positivem Frieden (Abwesenheit von jeder Ungerechtigkeit) sei schon zielführender. „Positiver Frieden sei denkbar, aber sehr selten.“Er stellt die zunächst provokant anmutende Frage: „Haben wir in Deutschland Frieden?“ Die Zuhörer wurden nachdenklich, als er den Ort Büchel in der Eifel als Truppenstützpunkt und Atomwaffenlager nennt. Des Weiteren werfe die Kooperation von BND und NSA Fragen bezüglich der Souveränität Deutschlands auf. Allen voran dürfe man auch über die Frage nachdenken, ob die Zusammenarbeit der Auslandsgeheimdienste bewusst genutzt werde, um die deutsche Gesetzgebung zu umgehen? Als Mitglied des Arbeitskreises Nahost im Aachener Friedenspreis führt er aktuelle „Antifriedenbeispiele“ wie Syrien, Afghanistan oder die Ukraine auf.

Er spricht die Rolle und Aufgabe der EU an, und stellt die Frage, ob die EU als großer Friedensbringer fungiere? Von innen betrachtet verweise die EU stolz darauf, dass es zu den Errungenschaften der EU gehöre, ein halbes Jahrhundert Frieden und einen höheren Lebensstandard geschaffen zu haben. Nach außen hin werde allerdings ebenfalls Gewalt ausgeübt, wie z.B. der Umgang mit Flüchtlingen in Lampedusa zeige. Flüchtlinge aus Afrika wollen von der EU aufgenommen werden. Sie scheinen für den ersten Moment sicher, werden aber abgefangen und nach Afrika zurückgeschickt.

Herr Dr. Jansen präsentierte sein Thema sehr anschaulich, wodurch sich das Themengebiet für die SchülerInnen sehr spannend darstellte.

[Text and photos by: Gabriela Brüll, Schülerin SII Gymnasium Herzogenrath]

……………………………………………………………………………………………………………………………………..

Winfried Brömmel „Europa im Alltag“

politiktag_2014_07
politiktag_2014_08

Winfried Brömmel, Leiter EUROPE DIRECT Aachen, beschäftigt sich mit sehr praxisnahen Themen, die alle Bürger der Europäischen Union direkt betreffen. Er erläutert beispielsweise Online-Rechte und die Vorteile von Europa im Alltag wie den Binnenmarkt oder die Vorteile die EU-BürgerInnen und Unternehmen innerhalb der EU durch das „Schengener Abkommen“ haben, da sie die Grenzen zwischen EU-Ländern problemlos passieren und keinen Zoll für aus der EU gelieferte Waren zahlen. Die SchülerInnen der Q1 interessieren sich vor allem für ihre Studien- und Berufsmöglichkeiten innerhalb der EU.

Winfried Brömmel, Mitarbeiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung/Europäische Angelegenheiten der Stadt Aachen und Geschäftsführer der Europäischen Horizonte.

Das EUROPE DIRECT Informationsbüro Aachen trägt dazu bei, Europa transparenter zu machen, Europabewusstsein zu fördern und zur Mitwirkung bei der Gestaltung Europas anzuregen.

[Text and photos by: SchülerInnen der Q 1 des Gymnasiums Herzogenrath]

……………………………………………………………………………………………………………………………………..

Birgit Froese-Kindermann „Wie kann Engagement in den Kommunen wirksam werden?“

politiktag_2014_09
politiktag_2014_10

Frau Birgit Froese-Kindermann ist als Vertreterin des hauptamtlichen Bürgermeisters in Verwaltungsangelegenheiten bei der Stadtverwaltung Herzogenrath unter anderem verantwortlich für Fachbereich 2 „Jugend und Bildung“.

Frau Froese-Kindermann geht auf kommunalpolitische Themen ein, um insbesondere Handlungsfelder für die anwesenden SchülerInnen aufzuzeigen. Sie erfragt, welche Spielräume Jugendliche in der Kommune Herzogenrath haben, um praktisch ihre Wünsche und Interessen zum Ausdruck zu bringen. Die Arbeit des Jugendbeirats Herzogenrath, die in die Gestaltung von Einrichtungen für Jugendliche wie beispielsweise die Skateranlage einfließt. Die SchülerInnen der Q 1, die zunächst skeptisch ihre mögliche Einflussnahme beschreiben, werden ermutigt, Einfluss nehmen zu wollen und zu können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die SchülerInnen durch den Politiktag einen sehr guten Ein- und Überblick in konkrete politische Handlungs- und Themenfelder bekommen haben.

[Text and photos by: SchülerInnen der Q 1 des Gymnasiums Herzogenrath]