Gymnasium Herzogenrath

Forderprojekte

 

minerva

 

FORDERPROJEKTE geben unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich eigenständig mit philosophischen Fragestellungen auseinanderzusetzen und diese anschließend im Unterricht zu präsentieren und zu diskutieren.

Unsere Schülerinnen und Schüler haben dabei die Möglichkeit, entweder eine Projektmappe zu bearbeiten oder unterrichtsbegleitend Beiträge für unsere Zeitschrift MINVERA beziehungsweise unsere Homepage zu verfassen.

Denk mal!

 

Laotse
Laotse

Wahres Glück

Gibt es überhaupt wahres Glück? Gibt es etwas, das unser Leben erhalten kann? Was soll ich tun und was soll ich glauben? Was soll ich meiden und wem soll ich folgen? Was soll ich annehmen und was soll ich zurückweisen? Was soll ich lieben und was soll ich hassen? Was die Welt schätzt, ist Reichtum, Rang, langes Lebens und Güte. Was die Leute genießen, ist Gesundheit, gutes Essen, feine Kleidung, Schönheit und Musik. Was sie hassen, ist Armut, Niedrigkeit, jung sterben und häßliche Krankheit. Worüber sich die Leute Sorgen machen, ist, daß ihr Leib nicht gesund bleibt, und daß sie nicht imstande sein könnten, schmackhafte Speisen zu genießen, feine Kleider zu tragen, schöne Dinge zu sehen und gute Musik zu hören. Wenn sie diese Dinge nicht erhalten können, verfallen sie in tiefe Trauer und Sorge. Solches Haften an Äußerlichkeiten ist wirklich töricht. Die Reichen laufen geschäftig herum, um Reichtum aufzuhäufen, den sie nicht gebrauchen können. Ihre Art, sich an äußere Bequemlichkeiten zu klammern, ist oberflächlich. Die, welche Stellungen bekleiden, planen und sorgen Tag und Nacht und sagen: „Soll ich das tun oder nicht?“. Ihre Art, sich an die Äußerlichkeiten des Lebens zu halten, ist nicht verläßlich. Wenn ein Mensch geboren wird, kommt der Kummer mit ihm. Die alten Leute leben in greisenhaftem verfall, von Kummer gebeugt, und könnten doch nicht sterben! Welch ein trauriger Anblick! Sind sie nicht in ihrem Streben nach Sichtbarem weit in die Irre gegangen? […]

Freilich sagen sie alle, sie seien glücklich. […] Ich betrachte Untätigkeit als das wahre Glück, während die Welt sie als großes Unglück ansieht. Es ist gesagt worden: „Vollkommenes Glück ist das Nichtvorhandensein des (Strebens nach) Glück; vollkommenes Ansehen ist das Nichtvorhandensein (der Sorge um) Ansehen.“