Gymnasium Herzogenrath

Philosophie (SII)

 

Das Fach PHILOSOPHIE knüpft an den Unterricht des Faches PRAKTISCHE PHILOSOPHIE an. Es gehört in der Oberstufe dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld an und kann auch als Abiturfach gewählt werden. Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, sind verpflichtet das Fach PHILOSOPHIE in der EF und Q1 zu belegen.

Im philosophischen Fachunterricht beschäftigen wir uns vorrangig mit der Ausbildung einer an der Aufklärung orientierten philosophischen Denk- und Gesprächshaltung sowie mit philosophischen Fragen aus dem Gebiet der Anthropologie, der Ethik, der politischen Philosophie, der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie sowie der philosophischen Logik.

Über den Fachunterricht hinaus bietet das Fach PHILOSOPHIE folgende Möglichkeiten der individuellen Förderung:

  • Möglichkeit der Veröffentlichung philosophischer Aufsätze in MINERVA, der einmal jährlich erscheinenden Zeitschrift der Fachschaft Philosophie
  • Möglichkeit der Veröffentlichung philosophischer Aufsätze auf der Homepage der Fachschaft Philosophie (www.owl-of-minerva.org)
  • Möglichkeit der Teilnahme an internationalen Jugendaustauschen:
    • philosophischer Austausch mit unserer serbischen Partnerschule in Zrenjanin für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufen EF und Q1
    • Teilnahme an der EURIADE für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe EF

 

Denk mal!

KantImmanuel Kant

Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen […], dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. […]

Es ist […] für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar liebgewonnen und ist vorderhand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. […]Daher gibt es nur wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit herauszuwickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.