Gymnasium Herzogenrath

MINT | Jugend forscht (06.02.2015)

Marius Ziemke, 17 Jahre alt und frischgebackener 1. Preisträger beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“

Herzogenrath. Wenn die Schüler des Herzogenrather Gymnasiums demnächst eine spezielle App auf ihre Smart- oder iPhones laden dürfen, mit der sie ganz bequem sämtliche Stunden-, Termin-, AG- und Klausurpläne samt Sprechstundenverwaltung im Blick halten können, dann haben sie das zum grossen Teil einem aus ihrer Mitte zu verdanken: Marius Ziemke, 17 Jahre alt und frischgebackener 1. Preisträger beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht, Schüler experimentieren“. Er hat „SERA“ entwickelt, eine webbasierte Verwaltungs- und Kommunikationsplattform für Schule,Lehrer und Schüler, für die er nun auch noch die eingangs erwähnte App schreiben möchte.


jugend_forscht_2015_01_ajugend_forscht_2015_01_bjugend_forscht_2015_01_cjugend_forscht_2015_01_djugend_forscht_2015_01_e1. Preis bei „Jugend forscht“

Denn der Wettbewerbserfolg im Forschungszentrum Jülich bedeutet keinesfalls, dass sich der junge Computerexperte auf seinen Lorbeeren ausruhen möchte. Dazu treibt ihn sein Forschergeist viel zu sehr an. Für den Landesentscheid vom 23. bis 25. März in Leverkusen hat er schon programmatische Weiterentwicklungen im Visier.Viel kann er natürlich noch nicht verraten, nur: „Ein Mitstreiter in Jülich hatte eine Anwendung für einen Vertretungsplan vorgestellt, die haben wir schon integriert.“
„Wir“, das ist das findige Web-Team der Schule, in dem Marius seit 2012 mitarbeitet. Gefördert von Lehrer Udo Küppers tummmeln sich die internetaffinen Experten im „kleinsten Raum der Schule“, wie Marius lächelnd feststellt, um neue Anwenderprogramme auszutüfteln.
Diverse Systeme sind dabei entstanden, die Marius mit „SERA“ nun unter einen Hut gebracht hat.Das neue Programm soll auch ans Digitale Schwarze Brett der Schule gekoppelt werden. Oberstudiendirektorin Brigitte Jansen ist sichtlich stolz auf den talentierten Programmierer und wartet im Gespräch mit unserer Zeitung gleich mit zwei Überraschungen auf: 1. Die Schule als künftige Nutznießerin wird die Kosten für die Patentrechte an Marius‘ Entwicklung übernehmen – was der junge Mann mit einem „Das freut mich wirklich sehr“ goutiert. 2.Die Schulleiterin hat einen Sponsor aufgetan, der die Präsentation von Marius Arbeitsergebnissen bei der kommenden „Jugend-forscht“-Runde in Leverkusen finanziert.
Wie wertvoll die Arbeit von Marius und der Web-Gruppe ist, veranschaulicht die Direktorin ausgerechnet am Beispiel Leistungskontrolle: „Wir haben drei große Jahrgangsstufen, die alle Klausuren schreiben müssen. Dazu sollten aber die Rahmenbedingungen stimmen, das heißt die passenden Räume müssen zur Verfügung stehen und die nötige Aufsicht.“ Bisher haben dies die Lehrer in Handarbeit und mittels einer Excel-Tabelle untereinander ausgetüftelt, sobald der Stundenplan fertig war.

„Und in der Schule ist er auch noch saugut“, Direktorin Brigitte Jansen voll des Lobes über Schüler Marius Ziemke

Dank Marius‘ Fertigkeiten sind Terrain-, Raum- und Klausurplanung nun verzahnt, und für jede
Klausurklasse können mit wenigen Mausklicks die passenden Konditionen geschaffen werden. So komplex das Programm für den jungen Entwickler war, so einfach soll es in der Handhabung der Nutzer sein. Per verschlüsseltem Datenversand, versteht sich, in Punkto Sicherheit steht das Webteam in Kontakt mit der Rechenzentrale der FH Aachen.
Vor rund 10 Jahren begann Marius´ Begeisterung für Rechner und was man alles mit ihnen machen kann. „Als ich klein war, habe ich auf einem 98-er Computer mit Paint gemalt“, erinnert er sich lachend. „Mit 8 Jahren habe ich dann mit einfachen Anwenderprogrammen, etwa TicTacToe (Drei gewinnt) angefangen.“ Im Webteam des Gymnasiums hat sein Talent dann Fahrt aufgenommen, gefördert von Udo Küppers. „Er beschäftigt sich intensiv mit den Schülern, geht individuell auf sie ein, dabei ist ihm nichts zu viel“, spricht die Direktorin dem Teamlehrer ein Riesenlob aus. Marius bestätigt dies gerne: „Das kommt jetzt voll schleimend rüber,“ grinst er, „aber ich bin Herrn Küppers wirklich dankbar“. Wohl wissend, dass er auch von seinen Eltern viel wichtige Unterstützung erfährt.
 
Programmieren als Nebenjob

Und was macht Marius, wenn er nicht vor dem PC sitzt? Basketball spielen. Dazu ein „Nebenjob“ als Programmierer in einem Zwei-Mann-Betrieb, „bei KönigsIT“. Die Schulleiterin staunt: „Und in der Schule ist er auch noch saugut!“ Was Marius, bescheiden wie er ist, umgehend relativiert: „Naja. Aber ich bin zufrieden – dafür, dass ich kaum zum Lernen komme …“
 
< copyright by: Aachener Nachrichten vom 21.02.2015>
< Photos by: Aachener Nachrichten, U. Küppers und H. Ziemke>