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  • AutorenbildDaniel Bani-Shoraka

Ein Tanztheaterstück über den Missbrauch von philippinischen Kindern

Ein Einblick in Armut, Ausbeutung und Menschenhandel


Anmerkungen zu der Aufführung am 25.08.2023

Der geneigten Leserschaft mag zuvorderst die Frage aufkommen: Ist es eine gute Idee, solche brutalen und abgründigen Gegenstände wie Kindesmissbrauch in einem Tanztheaterstück zu thematisieren und dann noch in einer Schule?


Nun, die ca. 80 Zuschauer*innen goutierten mit nicht höflicher, sondern jubelnder und anhaltender Standing Ovation.


Zum Inhalt des Stückes:

Erzählt wird eine Geschichte der Ausbeutung von Kleinbauern irgendwo auf den Philippinen sowohl durch die Großgrundbesitzer, Geldverleiher und korrupte Behördenvertreter als auch durch die Zerstörung der ländlichen Lebenswelt durch die umweltzerstörende Jagd internationaler Konzerne nach den Bodenschätzen des Landes.

Der Verlust der traditionellen Lebensgrundlage zerreißt eine Familie in ihrer Verzweiflung so weit, dass sie am Ende ihre Kinder in die Obhut scheinbar wohlmeinender Fremder übergibt, die Verdienstmöglichkeiten im Ausland versprechen. Nicht überraschend endet diese Reise dann in der Zwangsprostitution auch in Deutschland.

Das Stück erzählt Realitäten, wie sie tausendfach täglich auf dem Globus geschehen. Verstörend und zumutend sind die angedeuteten Darstellungen von Vergewaltigung und anderer seelischer wie körperlicher Grausamkeit. Gepaart werden diese Szenen mit Traum – und Hoffnungssequenzen nach Liebe und Glück.

Kurzum: Das Stück war hart!


Zu den Darsteller*innen und Darbietungsform:

Es handelte sich bei den Akteur*innen um Jugendliche und junge Erwachsene, die entweder selbst Aufnahme in der PREDA (einem Heim für missbrauchte Kinder auf den Philippinen) fanden oder dort ehrenamtlich tätig sind. Sie haben eine Gesangs- und Tanzausbildung erfahren und nota bene: Sie haben mit nur geringen Deutschkenntnissen das Stück in deutscher Sprache bestens verständlich aufgeführt. Ihre Darbietung war professionell! Die unter einer gelungenen Choreographie und mit Hilfe berührender Gesangseinlagen gebrachte Performance war mitreißend (und der Verfasser neigt normalerweise nicht zu Übertreibung!). Der Ideenreichtum in Art der Darbietung mit minimalen Mitteln in einem so einfach wie auch überzeugenden Bühnenbild war bestens geeignet, die Andeutung der Schrecklichkeiten als Kopfkino fortzuführen.


Kommen wir zu der Eingangsfrage zurück: War das eine gute Idee?

Ja, da...

...Kunst in ihrer Ausdrucksfähigkeit dem Sachtext immer überlegen ist.

...strukturelle Gewalt überall und immer geschieht.

....sie auch vor unserer Haustür passiert.

...willentliche Unwissenheit auch Ignoranz genannt werden darf.

...Gleichgültigkeit nicht weniger böse ist.

....und schließlich auch unsere Schülerschaft ein Recht darauf hat, über die Unvollkommenheit der Welt in all ihren Facetten Kenntnis zu erlangen (… und dann hoffentlich für eine bessere Welt einstehen will).


Zur Organisation:

Dieses Theaterstück entstand in der PREDA (Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance Foundation), einer Stiftung die derzeit in Olongapo, Philippinen, Heim und Zukunft für 100 Mädchen und 80 Jungen bietet, die Opfer von Missbrauch geworden sind. Gegründet wurde sie von Shay Cullen, der neben vieler Menschrechtspreise auch schon für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde (ein hoher Besuch in unserer ehrwürdigen Anstalt!).

Betreut werden sie in Deutschland vom PREDA Freundeskreis e.V.. Hier in Herzogenrath wurden sie unterstützt von einigen Vertretern der uns gut bekannten Projektgruppe MALABON und Vertretern der Schulgemeinde. Last but not least gilt unser Dank auch der Stadt Herzogenrath, die mit unserem Bürgermeister Herrn Dr. Fadavian die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat.


Spendenaufruf:

Falls Sie Ihrem Mitgefühl für die Opfer von Missbrauch auf den Philippinen monetären Ausdruck verleihen wollen, (so wie es laut Wikipedia auch die „Kölner Tatort-Kommissare“ seit 25 Jahren tun) dann spenden Sie doch an :


PREDA Freundeskreis e.V. IBAN DE75370601931020929010

BIC GENODED1PAX Pax-Bank eG


Text: Daniel Bani-Shoraka

Fotos: Vera Vohn

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