Gymnasium Herzogenrath

Geschichte-Sozialwissenschaften

WP II Europa, Geschichte und Sozialwissenschaften
Sehr geehrte Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,
wir alle sind Bürger Europas und der EU. Wir alle genießen die zahlreichen Vorteile dieses Zusammenschlusses europäischer Staaten, der uns grenzenloses Reisen innerhalb dieses Gebietes sowie interkulturellen Austausch ermöglicht und der uns viele wirtschaftliche Vorteile bietet. Wir alle sind aber auch immer wieder scharfe Kritiker dieses Europas, das uns durch viele Gesetze überfrachtet scheint und dessen andere Bewohner wir in ihren Mentalitäten oft nicht verstehen.

Das WPII-Fach „Europa – Gestern, heute, morgen“ möchte einen tieferen Einblick in die Geschichte und die Strukturen der Staatengemeinschaft Europa vermitteln, damit unsere SchülerInnen sich gerade bei uns im Herzen Europas reflektiert mit dieser Thematik in all ihren Facetten auseinandersetzen können.

Das Fach „Europa – Gestern, heute, morgen“ wird hierzu in zwei Teile gegliedert, die jeweils dem achten und dem neunten Schuljahr entsprechen. Im achten Schuljahr wird zunächst das Fach Geschichte unter dem Leitsatz „Europa – wie wir wurden, was wir sind“ den Unterricht übernehmen, wobei die Entwicklung an Hand von großen europäischen Persönlichkeiten aufgearbeitet werden soll. Wir beginnen in der Antike mit den Auseinandersetzungen zwischen Germanen bzw. Galliern auf der einen und den Römern auf der anderen Seite. Fortgesetzt wird die Geschichte Europas im Mittelalter mit einem stark regional geprägten Blick auf Karl den Großen. In der Folge treten Luther und die Reformation, Napoléon und seine Beziehung zu uns Rheinländern, große wirtschaftliche Vordenker wie Adam Smith und Karl Marx, die ersten Schritte zu einer Verständigung unter Stresemann und Briand sowie das Entstehen der deutsch-französischen Freundschaft unter Adenauer und De Gaulle in den Focus der Aufmerksamkeit.

Neben der Vermittlung der historischen Grundlagen Europas soll außerdem ein Schwerpunkt auf den methodischen Arbeitsweisen des Faches Geschichte liegen. Dabei wird den SchülerInnen das notwendige Werkzeug zum eigenständigen Umgang mit historischen Bild- und Textquellen, Karikaturen, Denkmälern und ähnlichem an die Hand gegeben und somit bereits eine Vorbereitung auf die Arbeitsweisen der Oberstufe ermöglicht. Um diese Fertigkeiten auch im praktischen Umgang zu erproben, sind, soweit es der Unterrichtsalltag erlaubt, Besuche an außerschulischen Lernorten wie z.B. in Aachen geplant.

Ab Beginn des 9. Schuljahres liegt der Schwerpunkt des Faches auf der Gegenwart und Zukunft Europas, weshalb von diesem Zeitpunkt an der Fachbereich Sozialwissenschaften den Unterricht gestalten wird. Dieses zweite Jahr wird in vier Module aufgeteilt, die den Schülerinnen und Schülern tiefere Einblicke in die aktuellen Strukturen der EU gewähren und damit auch einen reflektierten Umgang mit dieser so wichtigen Institution ermöglichen sollen.

Um zunächst die Funktionsweise der EU verstehen zu können, soll das erste Modul die Entstehung, Entwicklung und institutionelle Struktur der EU thematisieren. Das zweite Modul stellt die Vorbereitung sowie Durchführung eines Planspiels zu einer aktuellen europapolitischen Fragestellung dar, wodurch die im ersten Baustein erworbenen Kompetenzen angewandt werden können. Im dritten Modul setzen sich die Schüler/-innen arbeitsteilig mit europapolitischen Themen auseinander und beleuchten politische, soziale sowie wirtschaftliche Fragestellungen. Diese werden am Europatag in Form einer selbst strukturierten Podiumsdiskussion vertieft. Schließlich gelingt es den Schüler/-innen, sich mit der Zukunftsgestaltung der EU auseinanderzusetzen, indem sie im vierten Modul vor dem Hintergrund aktueller Probleme kreativ-gestaltend Zukunftsszenarien entwickeln.
Den methodischen Schwerpunkt bildet das Planspiel, dem im Fach Sozialwissenschaften ein hoher Stellenwert zugesprochen wird. Komplexe politische und ökonomische Zusammenhänge können durchschaubar und praxisnah gestaltet werden. Die darin erworbenen diskursiven Praktiken können zur Vorbereitung der Podiumsdiskussion genutzt und modifiziert werden. Zudem wird die EU den Schüler/-innen durch eine Brüssel-Exkursion greifbar. Die erarbeiten Zukunftsentwürfe können durch eine Ausstellung im soziokulturellen Zentrum „Klösterchen“ veröffentlicht werden.

Die Leistungsüberprüfungen im Fach „Europa – Gestern, heute, morgen“ werden zwei Mal im Halbjahr angesetzt, wobei diese nicht immer in Form einer Klassenarbeit erfolgen müssen. Vielmehr soll diese traditionelle Form der Leistungsüberprüfung auch durch die Abgabe von Portfolios, Projektmappen oder ähnlichem ersetzt werden können.