Gymnasium Herzogenrath

Theaterkurs Jg.12: „Liebesentzug im Dienste der Rettung Griechenlands“ (24.07.2003)

Am 24.07.03 brachte der Literaturkurs der Jg.-Stufe 12 die Komödie „Lysistrata“ auf die Bühne
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Die Liebe siegt über den Krieg: Lysistrata (M.) schafft es, dass sich Athen und Sparta die Hand zum Frieden reichen

 

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Herzogenrath. „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.. .“ Na gut, es war nicht direkt Woody Allens Filmklassiker, den der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums auf die Bühne brachte. Aber irgendwie erinnerte es schon ein bisschen daran. Mit einem kleinen feinen Unterschied, denn gerade das Eine gibt es während des ganzen Stückes „Lysistrata“ nicht!

 

Denn die Moral von der Geschichte lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Kein Sex, kein Krieg, nur noch Frieden. Ganz so schnell geht das natürlich nicht. Denn als Lysistrata ihre Idee auf den Tisch bringt, fangen die Probleme erst richtig an. Der Schauplatz der Geschichte ist Griechenland 411 vor Christus. Zwischen Athen und Sparta wütet der Krieg. Die griechischen Frauen sind des Krieges und des Wartens auf ihre Männer müde.

 

Unter der Führung Lysistratas verbünden sich Athenerinnen sowie Spartanerinnen und leisten einen schwerwiegenden Schwur: Sie lassen die Männer erst wieder in ihr Bett, wenn diese den Krieg beenden. Mit der Drohung des Liebesentzuges wollen die Frauen die Männer zum Frieden zwingen. Sie stellen sie vor die Entscheidung: Krieg oder Liebe?! Ihren grausamen Plan führen sie gnadenlos durch: „Erst machen wir sie scharf, doch dann machen wir nicht!“

 

Ein Drama ist das ganze Stück nicht. Eher eine zum Schreien witzige Komödie, die mit einigen Musicalelementen so richtig aufgepeppt wurde. Echte Situationskomik schafft das Ensemble des Literaturkurse, das die Pointen stets an der richtigen Stelle setzt. Ihren Entschluss besiegeln die Frauen mit einem echten Schwur. „Wir schwören bei der heiligen Muttermilch“, rufen sie aus. Und Lysistrata ist sich sicher: „Wir Frauen können alles!“

 

Jenny Offermanns überzeugt als resolute Vorkämpferin Lysistrata. Diana Zoschke gibt die Kalonike, die eigentlich viel lieber zu ihrem Mann zurückkehren möchte, glaubhaft. Julia Brück sorgt als sportliche Spartanerin Lampito mit unverwechselbarem Dialekt für Begeisterung. Philipp Groten alias Kinesias leidet wunderschön unter dem Liebesentzug, während der Ratsherr, dargestellt von Jörg Sevenich, verzweifelt versucht, die „Weiber“ zur Vernunft zu bringen.

 

Eine Komödie, in der ein Funken Wahrheit steckt: Frauen sitzen nicht nur da mit Schminke, blond gefärbten Haaren und Riemchenschuhen. „Die Rettung Griechenlands liegt in. den Händen den Frauen!“ Ein besondere Stück, das den Spagat zwischen antiker und moderner Kriegspolitik schafft. Sähe die Welt anders aus, wenn sie von Frauen regiert würde?