Gymnasium Herzogenrath

KULTUR | Theaterkurs Jg. 13: Leben ist anders als … (06.02.2003)

„Vierte Variation aus der Feder der Schüler“

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„Sind die galaktischen Halos aus dunkler Materie flach?“ – Astrophysiker Henri (Daniel Newen, I.) hat neben seiner Frau Sonja (Sandy Nandzik, 2.v. I.) keinen leichten Stand vor seinem Vorgesetzten Hubert (Sabine Dey, r.) und dessen Frau Ines (Nina Flossdorff).

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Herzogenrath. Sachen gibt’s, für die ein Leben gar nicht ausreicht. Was etwa kann passieren, wenn der Chef zu Besuch kommt und sich im Datum irrt? Schmeißt man ihn raus, oder vernascht man seine Gattin? Interessante Variationen zeigte jetzt der Theaterkurs an Rodas Gymnasium.

Ein Jahr lang widmeten sich die 18 Theaterkurs-Schüler der Jahrgangsstufe 13 dem absurd-komischen Theaterstück „Drei Mal Leben“ von Yasmina Reza. Drei Leben, die für drei Akte und damit drei Variationen eines Themas stehen. Wie im Film „Lola rennt“ drifteten bei der Premiere in der Schulaula die Handlungsstränge ab dem zentralen Ereignis auseinander und zeigten jeweils alternative Entwicklungen.

Unerwartete Fragen
Unerwartet schaut der herrisch-ignorante Chef samt aufgetakelter Gattin beim kriecherischen Arbeitnehmer und dessen zynisch-boshafter Frau vorbei. Ein Wort gibt das andere und die Frage taucht auf: Was passiert nun? Was, wenn der Chef ein durchtriebenes Ekel bleibt? Was, wenn er sich im Gespräch doch noch als Menschenfreund entpuppt? Dieses Vexierspiel brachten Schüler in einer eigenständigen Adaption des Bühnenstoffes auf die Bühne. Denn werden in Yasmina Rezas Vorlage alle „Leben“ von denselben Darstellern verkörpert, wechselten sich die Schülerin jedem ab.

Kreative Künstler
Und weil drei Leben mit je vier Rollen immer noch zu wenig für die 18 Theaterkursler waren, fügten die kreativen Schüler ein selbst geschriebenes viertes Leben an und tauften ihre Version „Leben ist anders als …“. So blieb auf der Bühne genug zu tun für vier „Henris“ (Daniel Newen, Helen Rosenkranz, Markus Königs, Birgit Becker), vier „Ines'“ (Nina Flosdorff, Jessica Charbon, Cornelia Plum und Yvonne Tiedt), vier „Huberts“ (Sabine Dey Lena Hünefeld, Oliver Ashrafi und Dennis Diederen) und vier „Sonjas“ (Sandy Nandzik, Nadine Tiedt, Nina Bosten, Manuela Gilleßen und Seren Basogul).

Viel Beifall für gute Ideen
Der Clou dabei: Die anfangs karge Bühnendekoration – ein einsamer Tisch in der Mitte wuchs im Lauf des Stücks ganz erheblich. Die Akteure jeden Lebens blieben an ihrem Tisch auf der Bühne, ein neuer wurde davor geschoben, dann begann die Variation. Bis der Tisch nach zwei Stunden sechs Meter lang war und alle Schauspieler auf der Bühne. Die Schüler haben viele interessante Ideen in die Vorbereitung einfließen lassen, die den absurden Grundton des Stücks hervorragend akzentuierten“, begrüßte Kursleiterin Jule Lambertz das Engagement ihrer Schüler. Dem und dem Theaterspiel applaudierten zum Schluss des Wechselspiels auch die rund 500 Premierengäste reichlich.

 

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