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30 Jahre Klösterchen. Wir gratulieren unserem Kooperationspartner Kulturfrühschoppen „Rückblick nach vorn“

Autorenbild: Christian Reiferth
Christian Reiferth
vor 9 Minuten
3 Min. Lesezeit

Das Klösterchen atmet Geschichte, betrachtet man das schlicht-schöne Gebäude innen wie außen, - und auch das fast verniedlichend anmutende Anhängsel „-chen“ mag über die große

Bedeutung des Gebäudes als Soziokulturelles Zentrum, wie es auch heißt, hinwegtäuschen.

Am Sonntag (19.9.) feierte das Klösterchen Geburtstag und mit ihm jene, die ein ehrwürdiges Gebäude, das man, so Vorsteher des Klösterchens Wilfried Hammers, als „Bruchbude“ vorfanden und zu dem machten, was es ist: ein sozialer und gemeinschaftlicher, künstlerisch-kultureller, politisch-zeitgeschichtlicher und demokratischer-freiheitlicher Ort, oder eben: das Soziokulturelle Zentrum. Ein Ort, der empfängt. Ein Ort, der sendet.

Anlässlich des dreißigjährigen Bestehens lud das Klösterchen zum Kulturfrühschoppen „Rückblick nach vorn“.

In gewohnt gemeinschaftlicher Weise kamen Initiatoren und Wegbegleiter, Gäste und in so vielen verschiedenen Bereichen Mitwirkende am Sonntag zusammen, um die letzten dreißig Jahre zu feiern und die nächsten Jahre anzugehen, denn, so Wilfried Hammers, Schluss sei nach dreißig Jahren nicht, erst recht nicht angesichts der gesellschaftspolitischen Situation und fortwährenden Gefahren für und Angriffe auf die Demokratie. Hier war das Klösterchen immer schon ein Hort der demokratischen Arbeit und pluralistischen Partizipation.

Wilfried Hammers, für sein jahrelanges, rastloses, kritisches und insistierendes Engagement gar kürzlich mit dem Bundesverdienstkreuz durch den Bundespräsidenten ausgezeichnet, führte moderativ durch die Veranstaltung. (Anmerkung: Herr Hammers lässt die Auszeichnung des Bundesverdienstkreuzes gerne bewusst unkommentiert bzw. trägt diese nicht zur Schau, denn dies entspräche nicht seiner Natur, und doch darf hier und wurde auch bei den Feierlichkeiten, u.a. durch Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian, anerkennend darauf hingewiesen, denn Klösterchen und Hammers sind untrennbar miteinander verbunden. Sein Wirken und das Wirken der gedienten Mitstreiterinnen und Mitstreiter atmet mitunter den beharrlichen Geist der `68er und den unbedingten Willen zur kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlich und politisch relevanten Themen und Problemen, auch: Veränderung; sie seien „Macher“, keine ewig Lamentierenden. Wohl wahr!) 

Das gut gefüllte Klösterchen wurde zu Beginn des von Hammers moderierten Programms mit BAPs „Verdamp lang her“ eingestimmt, das aus mehreren Gründen passend schien: 30 Jahre. Ja, das ist in der Tat „verdamp lang“ (her). Außerdem ist Texter und BAP-Kopf Wolfgang Niedecken immer schon ein Mann der klaren Worte in Gesellschaft, Politik und Kultur gewesen und zuweilen, wenn nötig, unbequem.

Eine Gruppe von Repräsentantinnen und Repräsentanten des weiten Spektrums des künstlerisch und kulturellen Schaffens, außerdem Bürgermeister Dr. Fadavian und Laura Postma (MdL Bündnis 90/Die Grünen), die auch letzte Woche wieder für unseren Wahlbezirk für die kommende NRW-Wahl nominiert wurde, reflektierten auf der Bühne die Bedeutung des Klösterchens über die Jahre und -gerade vielleicht vor allem- heute. Typisch Hammers, vermochte dieser in seinen Fragen auch Kritik an Etats und Haushalten zur Förderung der Kultur nicht zu verstecken. Hammers ist und bleibt ein Mann der klaren, ehrlichen und direkten Worte; er sei erzogen worden, kommentierte Hammers. Unter dem symbolischen und wörtlich zu nehmenden Banner „Ein Mensch ohne Kultur ist wie ein Zebra ohne Streifen“, der über der Bühne schwebt, kommentierten alle auf die Bühne gebetenen Gäste ihr Schaffen und die Bedeutung des Klösterchens.

Der Klösterchen-Chor „A-Kapellchen“ (Susanne Polzer) präsentierte unter Gitarrenbegleitung vier Stücke, u.a. und abschließend John Lennons „Imagine“.

Anerkennend würdigte Wilfried Hammers die von uns, dem SGH, ins Klösterchen getragene und beidseitig ausgestaltete und gelebte Gedenk- und Erinnerungskultur; als Schule richten wir im Jahr mindestens drei Veranstaltungen im Klösterchen aus, bald wieder den „9. November. Gedenken an die Pogromnacht“. Danke für das Lob und die Anerkennung!

Betinna Lauber, ihres Zeichens Tänzerin mit einer festen Verwurzelung ihrer Kunst auf den Brettern des Klösterchens, widmete speziell Wilfried Hammers einen Tanz und zeigte ihr eindrucksvolles Können, das sichtlich rührte.  

Nach dem Programm verweilten die Gäste noch in den weitläufigen Korridoren des Klösterchens; es gab ein beeindruckendes (Mitbring-)Buffet.


Klösterchen, wir gratulieren Dir!

Auf weitere Projekte, Events und im Geiste und Handeln sinnstiftende Zusammenarbeit!


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