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  • AutorenbildMartin Eibach

Zwei Orchester – ein Ziel: Drei Mal Beethoven

Im Tri-Tonus Projekt mit dem Eurode Jugendorchester sind 24 Musikerinnen und Musiker aus Malta zu Gast am Städt. Gymnasium Herzogenrath


Die Anreise aus Malta erfolgt über den Flughafen Brüssel. Um 22.15 Uhr trifft der Bus am 12. September mit den Musikerinnen und Musikern des Gozo Youth Orchestra auf dem Parkplatz in Rolduc ein. Zahlreiche Gastfamilien warten neugierig auf ihre Gäste, die freundlich begrüßt und gleich in die Familien mitgenommen werden. Die Nacht ist kurz, denn pünktlich am darauffolgenden Mittwoch geht es zur ersten Probe im Keller des Gymnasiums. Schulleiter Michael Höbig begrüßt die Gäste zuvor offiziell im Lehrerzimmer, bevor es für alle an das Auspacken der Instrumente geht.

Das Eurode Jugendorchester und die Gäste aus Malta haben sich einiges vorgenommen: Beethovens 5. Symphonie soll auf eine musikalische Zeitreise geschickt werden. Einmal in klassischem Gewand, dann als Pop-Version, die für die musikalische Gegenwart steht, und schließlich als KI-generierte „Zukunfts“-Version, die erst wenige Wochen vor der internationalen Jugendbegegnung fertig wurde.

Joseph Grech, musikalischer Leiter und Gründer des Gozo Youth Orchestra und sein Kollege Martin Eibach, Leiter des Eurode Jugendorchesters hatten das „Tri-Tonus“- Zeitsprünge Projekt eigentlich schon im Jahr 2020 vorgesehen, dem Festjahr anlässlich von Beethovens 250. Geburtstag. Durch die Corona Pandemie konnte das Projekt erst verspätet mit großzügiger Unterstützung der Jeunesses Musicales Deutschland und dem Bundesfamilienministerium 2023 umgesetzt werden.

Bevor es jedoch auf die Bühne geht, steht das gemeinsame Kennenlernen und Arbeiten an. In einer Entdeckungsrallye durch Aachen machen sich die jungen Musikerinnen und Musiker aus beiden Orchestern zunächst miteinander bekannt und erstellen vor Aachener Skulpturen interaktive Portraits.

Am Donnerstag geht es nach den intensiven Vormittagsproben wiederum nach Aachen, wo das Unesco Kulturerbe und die Musikbühnen anlässlich des September Special zum Verweilen einladen.

Während einige Malteser noch das Riesenrad auf dem Katschhof bestaunen, rufen die Orchesterleiter schon wieder zum Aufbruch, denn am Freitag reisen die Jugendlichen nach Bonn. Hier wurde Ludwig van Beethoven 1770 geboren. Nach dem Gruppenfoto vor seinem Denkmal auf dem Münsterplatz erhält die Gruppe eine besondere Führung, und bekommt einige Original-Handschriften im Archiv-Raum der Beethoven Stiftung zu sehen. Von Bonn geht es am Nachmittag weiter nach Monschau. Die Jugendherberge in der mittelalterlichen Burg wird in den darauffolgenden Tagen von den musikbegeisterten Jugendlichen aus Malta und Herzogenrath bevölkert, solange nicht Proben in der zentral gelegenen Stadtkirche angesetzt sind.

Am Samstag, 16.9. ist die Ev. Stadtkirche bis in die letzte Reihe besetzt, als das Eröffnungsstück „Ceremony of Life“ und natürlich Beethovens berühmte Motive erklingen. Die besondere Akustik des Kirchenraums inspiriert die jungen Musikerinnen und Musiker zu einer besonderen Konzertleistung, so dass das Publikum eine Zugabe einfordert. Ortspfarrer Jens-Peter Bentzin dankt den Orchestern herzlich für ihr Engagement, denn die Spendeneinnahmen des Konzerts kommen der Flüchtlingshilfe vor Malta, der Organisation Lifeline sowie dem Café international in Monschau zugute.

Nach dem einstündigen Konzert wartet auf die Gruppe der steile Anstieg zur Burg und zur Belohnung ein festlicher Grillabend mit Spiel und Gruseleffekten. In den Abendstunden gilt es schließlich, das Burggespenst in den unterirdischen Gängen unter der Burg zu finden. Nach kurzer Nacht, erneuter Probenarbeit am Vormittag heißt es am Sonntag, das idyllische Monschau bei strahlendem Sonnenschein zu verlassen, denn in Herzogenrath findet das Folgekonzert am Nachmittag in der Aula des Gymnasiums statt.

In dem sehr gut besetzten Saal klingt der volle Sound der zwei Orchester mit vollem Blech und sieben (!) Querflöten fast noch eindrucksvoller. In der Moderation von Julia und Maurits aus Herzogenrath sowie Maria und Martina aus Malta erfahren die Zuhörer, dass vor über 14 Jahren seinerzeit die Deutsch-Malteserin Heike Merz die beiden Orchesterleiter zusammengebracht hat und seitdem in zahlreichen Jugendorchesterbegegnungen Gozo- Herzogenrath die herzliche Beziehung zwischen Musikerinnen und Musikern aus den beiden Ländern gewachsen ist. Die stellvertretende Schulleiterin, Vera Vohn, bedankt sich im Anschluss bei allen Mitwirkenden für das beeindruckende Konzerterlebnis und den Einsatz und weist auf die Bedeutung der Musik als „Welt-Sprache“ hin, die Menschen verschiedener Kulturen zusammenführt.

Am darauffolgenden Montag unternehmen die Jugendlichen noch einmal einen Ausflug in die Musikstadt Köln, wo sowohl die Orgel des Kölner Doms als auch die Straßenmusiker in den Einkaufsmeilen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Mit vollen Taschen und vielen Erlebnissen treffen sich nach kurzer Pause, Musikerinnen und Musiker beider Orchester sowie die Gasteltern am Abend auf der Burg Rode in Herzogenrath, um die intensiven Tage gemeinsam ausklingen zu lassen.

Wie im Flug ist die Woche der Malta-Begegnung vergangen und mit herzlichen Umarmungen werden die Gäste am Dienstag vor der Schule verabschiedet, bevor der Reisebus die Gäste aus Malta wieder zum Flughafen nach Brüssel bringt.


Bilder aus Bonn und Monschau von Maurits Köhler; Bilder aus der Aula von Frank Hirschhausen


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