Interview mit Ingmar Otto, dem Intendanten des Grenzlandtheaters Aachen, über Heinrich von Kleists Theaterstück „Der zerbrochne Krug“
- Kaya Dorbholz und Sophia Barten (Q1)
- 14. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Sept. 2025
Die Schülerinnen und Schüler der Q1 behandeln das Drama „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist seit den Sommerferien in der Q1 im Deutsch-Unterricht. Zeitgleich beginnen am Grenzlandtheater die Planungen und Proben des Theaters zu demselben Stück. Was also liegt näher, als „gemeinsame Sache“ zu machen und sich im Vorfeld miteinander auszutauschen, sich dem Stück gemeinsam zu nähern und erste Interpretationsideen zu wagen?
Kaya Dorbholz und Sophia Barten, beide Schülerinnen aus der Q1, hatten im Rahmen des Projekts Macht, Sprache und Gewalt, veranstaltet vom Gymnasium Herzogenrath in Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro der Städteregion Aachen und finanziell gefördert von der DEICHMANN-Stiftung, die Gelegenheit mit Ingmar Otto und mit zwei Schauspielern des Theaters zu sprechen. Außer Ingmar Otto und den zwei Schauspielern, die im Stück die Figuren Eve und Ruprecht spielen, waren bei dem Gespräch unser Deutsch- und Philosophielehrer Herr Becker und Claudia Döhmen vom Bildungsbüro der StädteRegion Aachen anwesend.
Empfangen wurden wir im gemütlichen, charmanten und einladenden Theatersaal. Der kleine, aber stilvolle Zuschauerraum mit seinen rund 200 Plätzen sorgt dafür, dass man sich in das Geschehen auf der Bühne integriert fühlt und vergisst, dass man eigentlich Zuschauer ist. Wir empfanden das Interview als ein angenehmes Gespräch auf Augenhöhe in einer lockeren Atmosphäre.
Laut Ingmar Otto fiel die Entscheidung für das Stück bewusst mit Blick auf die Schülerinnen und Schüler, die Kleists Werk im kommenden Schuljahr analysieren werden. Er erhofft sich, auch junge Menschen fürs Theater begeistern zu können. Zusammengefasst handelt das Stück von einem Krug, der eines Nachts im Zimmer von einer jungen Frau namens Eve gefunden wird. Vor Gericht beschuldigt ihre Mutter Eves Verlobten Ruprecht, doch am Ende stellt sich heraus: Richter Adam selbst war der Schuldige. Er wollte seine Tat vertuschen, wird aber entlarvt.
Der Intendant erklärte uns, dass das Bühnenbild momentan in Planung ist. Es gebe, so Otto, auch schon erste Entwürfe, die an einen Gerichtssaal erinnern werden. Die anwesenden Schauspieler verrieten uns, wie sie zu dem Beruf des Schauspielers gekommen sind. Für beide war schon im Kindesalter klar, dass sie Spaß daran haben, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen. Im Gespräch erzählten uns die beiden, dass es jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung ist, in die Emotionen der Figuren einzutauchen – aber genau das sei das Spannende an ihrem Beruf.
Ironischerweise, so erzählten uns die beiden, konnten beide in ihrer Schulzeit wenig mit Dramen anfangen. Erst durch die Schauspielerei fanden sie einen Bezug zu der doch oft anspruchsvollen literarischen Sprache. Ingmar Otto, der Intendant des Theaters, der gleichzeitig auch die Regie führt, verriet, dass er die Originalsprache von Heinrich von Kleist überwiegend übernehmen möchte, jedoch vorhabe, weniger wichtige Passagen zu streichen und gegebenenfalls Dialoge anzupassen.
Wir freuen uns, demnächst das Theater erneut besuchen zu dürfen, um die fertige Inszenierung zu genießen und die Schauspieler live zu erleben und bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für die Möglichkeit, hinter die Kulissen geschaut haben zu dürfen. Einen besonderen Dank möchten wir Frau Döhmen aussprechen, da sie unserer Schule die Gelegenheit gab, an dem Projekt „Macht, Sprache und Gewalt“ teilzunehmen.
Kaya Dorbholz und Sophia Barten, Q1





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