Theater erleben und mitgestalten
- Julia Schares

- vor 12 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Die letzten Monate durfte der WPII Kurs Kunst-Musik des 9. Jahrgangs an einem langfristigen Projekt arbeiten: Die Oper "Herzog Blaubarts Burg" und das dazugehörige Märchen dienten als Inspirationsquelle und Ausgangspunkt für kreative Eigeninterpretationen. So wurden sowohl unterschiedliche Bühnenformen erforscht und die Möglichkeiten szenischer Umsetzungen analysiert, eine eigene Interpretation des Märchens an Kultur Pur aufgeführt und Installationen mit Soundkulissen im Keller der Schule gebaut.
Besonders spannend waren vor allem die sieben Türen des Märchens "Herzog Blaubarts Burg". Innerhalb des Märchens erkundet die Protagonistin, Judith, nach und nach die Türen der Burg ihres Mannes und findet hinter jeder Tür neue Gräueltaten oder Laster des Blaubarts. Diese Türen zur Seele des Protagonisten nahmen wir als Ausgangspunkt für das Projekt: „Wenn ein Traum zum Albtraum wird“, denn Judith lässt sich im Märchen zunächst von den Äußerlichkeiten und dem Prunk einer Beziehung mit dem Herzog blenden und findet sich zunehmend in einer albtraumhaften Beziehung wieder, die ihr im Vorfeld als glanzvolle Verbindung erschien.
Am Sonntag, dem 28.6., hatte die Lerngruppe die Gelegenheit die Oper im Stadttheater Aachen zu besuchen und eigene künstlerische Arbeiten zu präsentieren. Die Oper „Herzog Blaubarts Burg“ von Bélà Bartok lebt von Kontrasten: Innen- und Außenwelt sowie Licht und Dunkel wechseln sich ab. Im Rahmen der Einführung in die Oper durfte unser Kurs im Spiegelfoyer eine Installation zeigen, die passend zur Oper eine Traum- und eine Albtraumwelt kontrastierte: 7 schwarze Boxen mit einem goldenen Schlüsselloch wurden auf schwarzen Stelen drapiert. Durch das Schlüsselloch erhielten die Betrachter Einblick in das Innenleben der Boxen. Im Innern wurden jeweils eine Wunschvorstellung und ihre Kehrseite zeigt. Dabei wurden unterschiedliche aktuelle Problematiken beleuchtet, wie z.B. Fast Fashion, Tierversuche, Social Media, Meeresverschmutzung, Eingriff in die Natur durch Städtebau und Körperbilder. Die Überraschung war groß, als das Grundprinzip der modernen Inszenierung sichtbar und erlebbar wurde: Auf großen Videoleinwänden tauchten die Theaterbesucher in 7 Welten ein, die sich auf surreale Art und Weise ebenfalls mit aktuellen Problematiken beschäftigten. Die Parallele zu der künstlerischen Arbeit des Kurses passte perfekt und so wurden die Boxen unseres Kurses von den Theaterbesuchern mit großem Interesse gewürdigt.
Ein herzliches Dankeschön gilt dem Theater Aachen und vor allem Darya Motebassem, die in mehreren Phasen mit dem Kurs arbeitete und diese wunderbare Ausstellung im Theater möglich machte.











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